Inhalt

Fahren mit Hand- und Armeinschränkungen

Autofahrer und -fahrerinnen mit Einschränkungen des Arms, der Hand oder der Finger sollten bei der Auswahl eines Fahrzeuges und bei der nachträglichen Umrüstung auf bestimmte Ausstattungsoptionen achten.


Hinweise

  • Elektrische Fernbedienungen: Sind sinnvoll für das automatische Auf- und Zuschließen von Fahrzeugtüren und Heckklappen.
  • Griffe: Auf passende Griffformen auf der Türfläche und in der Türinnenseite achten.
  • Heckklappen: Auf eine niedrige Höhe achten.

Bei Arm- und Handeinschränkungen kommen häufig Oberkörpereinschränkungen hinzu. Daher ist eine gute Sitzstabilität wichtig.

  • Sitzkanten: Hilfreich sind verstärkte Seitenkanten der Sitzfläche und Rückenlehne des Originalsitzes. Höhere Sitzkanten können beim Übersetzen vom Rollstuhl aber stören. Nachträglich eingebaute ergonomische Sitze mit verstärkten Seitenkanten von Sitzfläche und Rückenlehne sind durch ihre flache Polsterung härter als die Originalsitze.
  • Nachträglich eingebaute Sitze: Diese haben andere Abmessungen und werden deshalb häufig auf einen Adaptersitz montiert. Daher können Platzprobleme im Fahrzeug auftreten.

Bei der Wahl von Lenkhilfen ist entscheidend, wie beweglich und kraftvoll Arm, Hand und Finger sind. Gute Umrüstbetriebe oder der TÜV bieten Messungen der manuellen Kraft an.

  • Drehknöpfe: Sind am Lenkrad leicht ansteckbar. Sie unterstützen bei vorhandener Fingerfunktion.
  • Drehgabeln: Sind am Lenkrad leicht ansteckbar. Sie unterstützen bei fehlender Fingerfunktion, Handamputation oder Tetraplegie.
  • Einzacke oder Dreizacke: Sind am Lenkrad leicht ansteckbar. Sie unterstützen bei geringer Armkraft oder Tetraplegie.
  • Servolenkungen: Gehören inzwischen zur Serienausstattung. Bei geringer Kraft in Armen und Händen sind verstärkte Servolenkungen hilfreich.
  • Linear-Hebel-Lenkungen: Werden durch Drücken oder Ziehen der Hebelkonstruktion betätigt und ersetzen ein normales Lenkrad.
  • Elektronische Lenkhilfen: Bei geringer Muskelkraft und geringen Armreichweiten sind Miniatur-Lenkräder oder Joystick-Lenkungen (joysteers) hilfreich.
  • Fußlenksysteme: Lenksysteme mit dem Fuß ersetzen die Arme komplett.

  • Schalthebelverlängerungen: Sind sinnvoll, um Schalthebel, Gangschaltung und Automatikwahlhebel besser zu erreichen.
  • Feststellbremse verlängern und verlegen: Wenn die Griffstange der Feststellbremse zu weit entfernt ist, hilft eine Löse- und Feststellvorrichtung, um die Griffstange zu verlängern. Auch die Verlegung der Bremse auf die linke Seite des Sitzes ist möglich.
  • Elektrische Feststellbremse (Handbremse): Die Betätigung erfolgt durch Knopfdruck.

Für die Sekundärfunktionen wie Blinker oder Wischer, für Spiegel oder Bediengriffe gibt es diese beispielhaften Hilfen:

  • Lichtschalter: Können mit einem Umlenkhebel auf die rechte Seite verlegt werden.
  • Blinker und Wischer: Sind jeweils auf die andere Seite verlegbar, wenn sie nicht mit der linken oder rechten Hand betätigt werden können.
  • Elektrische Fernbedienungen: Werden meistens am Lenkrad montiert und ersetzen die Bedienung mit den Händen.
  • Außenspiegel: Hilfreich sind elektrisch verstellbare und beheizbare Spiegel.
  • Griffe: Auf passende Griffformen für die Bedienung von Heizung, Klimaanlage oder Radio achten. Es gibt zum Beispiel Drehknöpfe, Schiebegriffe oder flache Drucktasten.

Produkte finden