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Rollstuhl- und Personensicherungen

Gurt-, Befestigungs- und Stützsysteme schützen Personen im Fahrzeug vor Unfällen. Die Sicherungssysteme müssen nach den relevanten Normen sicherheitstechnisch geprüft sein.

Bitte beachten Sie, dass der Transport von Personen in einem fest eingebauten Fahrzeugsitz mit Sicherheitsgurten immer sicherer ist als der Transport im Rollstuhl, selbst mit entsprechenden Rückhaltesystemen. Wird ein Rollstuhl für den Transport einer Person im Fahrzeug verwendet, muss der Rollstuhl mit den zugehörigen Rückhaltesystemen nach ISO 7176-19 crashgetestet sein. Dies bedeutet aber nicht, dass der Rollstuhl die Eignung als Fahrzeugführersitz nach § 35a StVZO hat.

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Am sichersten ist ein Drei-Punkt-Sicherheitsgurt an einem normalen Autositz. Wenn die üblichen Drei-Punkt-Sicherheitsgurte selbst nur schwer zu bedienen oder für die Personensicherung nicht geeignet sind, kommen andere Sicherungssysteme zum Einsatz. Es gibt spezielle Gurtsysteme, wie beispielsweise Hosenträgergurte, die den Körper auf dem Autositz gut stabilisieren. Mit besonderen Gurtgriffen oder Gurtstraffern kann man die Handhabung und Positionierung des Sicherheitsgurtes verbessern.

Befreiung von der Gurtpflicht

Nach der Straßenverkehrsordnung besteht eine gesetzliche Anschnallpflicht (§ 21 a StVO). Unter bestimmten Umständen ist aber eine Befreiung von der Gurtanlegepflicht bei gesundheitlichen Einschränkungen oder einer Körpergröße von weniger als 150 cm möglich. Den Antrag auf Gurtbefreiung kann man mit einer ärztlichen Bescheinigung bei der zuständigen Straßenverkehrsbehörde stellen.

Klappbare oder schwenkbare Kopf - und Rückenstützensysteme, die zusätzlich im Fahrzeug eingebaut werden,  bieten einen besseren Unfallschutz für Selbst- oder Beifahrer/innen im Rollstuhl. Dies gilt besonders bei Faltrollstühlen mit dünnem Rückengurt. Die Stützsysteme lassen sich mechanisch oder elektrisch betätigen.

Falls das Umsetzen einer Person im Rollstuhl auf den Autositz nicht möglich ist, müssen sowohl der Rollstuhl als auch der Fahrgast beziehungsweise die Selbstfahrer/innen mit einem besonderen System gesichert werden. Dafür muss der Rollstuhl selbst als Fahrzeugsitz geeignet sein.

Die Hersteller prüfen solche Rollstühle in Crashtests und kennzeichnen sie entsprechend. Gurtsysteme, die die Rollstuhlfixierung und die Personensicherung verbinden, bieten mehr Sicherheit als herkömmliche Gurtsysteme. Die technische Norm DIN 75078:2 empfiehlt sogenannte Kraftknotensysteme, allerdings besteht hierfür keine Rechtspflicht.

Kraftknoten

Der Kraftknoten besteht meist aus vier stabilen Bauteilen, die fest mit dem Rollstuhlrahmen verschraubt werden und über die der Rollstuhl mittels Abspanngurten am Fahrzeug fixiert wird. Der Kraftknoten ist auf das Personenrückhaltesystem abgestimmt, das aus Becken- und Schrägschultergurt besteht. Werden Rollstühle mit Kraftknoten nachgerüstet, geschieht dies meist mit einer Adapterplatte und Gurtzungen für Abspanngurte. Für viele Rollstuhlmodelle gibt es Montagesätze. Kraftknotensysteme sind bei Sanitätshäusern, Rollstuhlherstellern und Umrüstfirmen erhältlich.

Dockingstationen für Elektrorollstühle

Elektrisch oder mechanisch betriebene Rückhaltesysteme werden am Fahrerplatz im Fahrzeugboden verankert. Man fährt im Elektrorollstuhl die Dockingstation an, die Fixierung des Rollstuhls in der Station erfolgt im Rollstuhl über ein Bedienelement. Ist der Rollstuhl mit einem Beckengurt ausgestattet, müssen Rollstuhlnutzer und -nutzerinnen zur Personensicherung nur noch den Sicherheitsgurt am Beckengurt befestigen.

Voraussetzung für elektrisch oder mechanisch betriebene Rückhaltesysteme sind zugelassene Elektrorollstühle mit speziellen Haltevorrichtungen.

Faltrollstuhlsicherung

Der Faltrollstuhl wird gesichert, indem dieser durch einen Hubmechanismus zum Fahrersitz wird. Der Fahrersitz wird dann mit einer Schulter- und Kopfstütze fest und stabil mit dem Fahrzeug verbunden. Der Hubmechanismus und die Verbindung mit Schulter- und Kopfstütze werden im Rollstuhl elektrisch gesteuert.

Grundsätzlich muss ein Rollstuhl für den Transport einer Person im Fahrzeug zugelassen sein. Der Rollstuhl muss die Crashtest-Anforderungen der ISO 7176-19 in Verbindung mit einem Vier-Punkt-Verankerungssytem gemäß ISO 10542 erfüllen. Für den Transport sind vier Rückhaltegurte für den Rollstuhl - zwei vorne und zwei hinten - sowie ein Drei-Punkt-Personenrückhaltegurt erforderlich.

Kraftfahrzeuge zur Rollstuhlbeförderung werden nur zugelassen, wenn sie über die notwendige Ausstattung verfügen und dem Stand der Technik entsprechen. Dazu gehören auch die fahrzeugseitigen Verankerungspunkte für die Rollstuhl- und Fahrgastsicherung. Maßgeblich für die sichere Ausstattung von Fahrdienstfahrzeugen ist die DIN 75078. Die Norm richtet sich vorrangig an Fahrzeughersteller- und umrüster und gilt nicht für privat genutzte Fahrzeuge. Die Bestimmungen für Busse regelt eine EU-Richtlinie.

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