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Parken und Umweltzonen

Für mobilitätseingeschränkte Menschen gibt es einige Parkerleichterungen und Sondergenehmigungen für Fahrten in städtischen Umweltzonen.


Parken

Nach der Straßenverkehrsordnung (StVO) können Stellplätze für behinderungsgerechte Fahrzeuge ausgewiesen werden. Der Parkplatz ist durch ein Zusatzschild mit dem Piktogramm eines Menschen im Rollstuhl und häufig durch zusätzliche Bodenmarkierungen gekennzeichnet. Die Größe der Parkplätze entsprechen den DIN-Normen der Landesbauordnungen, um den entsprechenden Platzbedarf für Menschen im Rollstuhl oder für Fahrzeugrampen zu gewährleisten.

Hinweise zu Parkausweisen:

  • Auf einem Behindertenparkplatz dürfen nur Personen mit einem speziellen (blauen) Behindertenparkausweis parken. Der Schwerbehindertenausweis allein reicht nicht aus.
  • Den Parkausweis können Sie unter Vorlage Ihres Behindertenausweises beim zuständigen Bezirks- oder Bürgeramt beantragen.
  • Die Parkausweise werden immer zeitlich befristet und in der Regel kostenlos ausgestellt.
  • Der Parkausweis ist auf den Fahrzeuginhaber oder-inhaberin eingetragen und daher nicht auf andere übertragbar.
  • Um einen Behindertenparkausweis zu beantragen, müssen Sie aber nicht selbst über einen Führerschein oder ein Fahrzeug verfügen. Auch eine persönliche Assistenz kann den Ausweis benutzen, um die Ausweisinhaber und -inhaberinnen zu transportieren.
  • Mit einem Behindertenparkausweis müssen Sie keine Parkgebühr entrichten.
  • Sie können unter anderem auch bis zu 3 Stunden im eingeschränkten Halteverbot, im Zonen-Halteverbot, in verkehrsberuhigten Zonen und auf Anwohnerparkplätzen parken.

Man unterscheidet zwei Arten von Behindertenparkausweisen.

Der blaue EU-Parkausweis:

Der blaue EU-Parkausweis gilt in sämtlichen Mitgliedsstaaten der Europäischen Union und weiteren Ländern. Allerdings unterscheiden sich die Rechte in den Ländern. In Deutschland berechtigt nur ein blauer EU-Behindertenparkausweis zum Parken auf einem öffentlichen Behindertenparkplatz. Für private Parkplätze wie von Supermärkten oder Restaurants können andere Regelungen bestehen, die Sie am besten vorher erfragen. Mit dem blauen Parkausweis können Sie zudem einen eigenen Behindertenparkplatz vor dem eigenen Wohnhaus beantragen. Ein gesetzlicher Anspruch besteht hieraus allerdings nicht.

Der orangene Parkausweis:

Der orangene Parkausweis ist nur in Deutschland gültig. Es gelten die gleichen Rechte wie für den blauen EU-Parkausweis, nur ohne die Berechtigung zum Parken auf öffentlichen Behindertenparkplätzen.

Sonstiges:

Manche Bundesländer gewähren auch Autofahrern und -fahrerinnen ohne Behindertenparkausweis gewisse Parkerleichterungen, die Sie bei der zuständigen Behörde (meist Amt für Familie und Soziales) erfragen können.

Parken mit Handy

Für mobilitätseingeschränkte Menschen ist das Handy-Parken hilfreich. Die Parkgebühr wird mit dem Mobiltelefon bargeldlos bezahlt, wodurch der Gang zum Parkscheinautomat entfällt. Man muss sich allerdings vorher bei einem der Handy-Parken-Betreiber registrieren.

Umweltzonen

In zahlreichen Städten innerhalb Deutschlands bestehen schadstoffarme Umweltzonen, in die nur Fahrzeuge mit einer Feinstaubplakette fahren dürfen und folglich die Abgasstandards einhalten. Ausnahmegenehmigungen gelten für Autofahrer und -fahrerinnen mit Behinderungen, die folgende Merkzeichen im Schwerbehindertenausweis haben (es reicht auch der Nachweis durch den blauen EU-Parkausweis):

  • außergewöhnlich gehbehindert (Merkzeichen aG)
  • hilflos (Merkzeichen H)
  • blind (Merkzeichen Bl)

Aber auch dieser Personenkreis darf nur für notwendige Fahrten (zum Beispiel für eine ärztliche Untersuchung) ohne Plakette in eine Umweltzone fahren.

Da viele Kommunen eigene Sonderregelungen haben, informieren Sie sich am besten bei Ihrer örtlichen Behörde.