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Praxisbeispiel
Kfz-Anpassung für einen Auslieferungsfahrer

Wo lag die Herausforderung?

Durch eine Dysmelie ist die Lastenhandhabung, das Aufbringen von Kräften und die Fähigkeit Bedienelemente im Greifraum zu betätigen stark eingeschränkt. Der Auslieferungsfahrer nutzte für Fahrten einen behinderungsgerecht angepassten Transporter. Nach einem Unfall war die Nutzung des Transporters nicht mehr möglich. Es musste deshalb ein geeigneter Transporter angeschafft werden.

Was wurde gemacht?

Es wurde ein gebrauchter Transporter mit einer teilweisen behinderungsgerechten Zusatzausstattung (Automatikgetriebe, elektrisch verstellbare sowie beheizbare Außenspiegel, Zentralverriegelung, elektrische Fensterheber und elektrische Schiebetüren) angeschafft, der zur behinderungsgerechten Anpassung weiter wie folgend angepasst werden musste:
- Hilfsmittel zur Steuerung der Geschwindigkeit
- Hilfsmittel zum Feststellen und Lösen der Bremse
- Hilfsmittel für die Betätigung der Lenkung
- Hilfsmittel für die Betätigung der Zusatzfunktionen

Schlagworte und weitere Informationen

Die behinderungsbedingte Zusatzausstattung sowie Anpassung des Transporters und die Schulung wurden zu 100 Prozent vom Integrations- beziehungsweise Inklusionsamt gefördert. Die Beratung erfolgte dabei durch das fahrzeugumrüstende Unternehmen und dem Technischen Beratungsdienst des Integrations- beziehungsweise Inklusionsamtes.
In REHADAT finden Sie auch die Adressen und Telefon-Nummern von fahrzeugumrüstenden Unternehmen und der Integrations- beziehungsweise Inklusionsämter.

Unternehmen:

Das Unternehmen ist ein Getränkehandel mit einem Lieferservice für private und geschäftliche Kundschaft. Die Inhaberin des Getränkehandels ist die Mutter des Mitarbeiters mit Behinderung.

Behinderung und Beeinträchtigung des Mitarbeiters:

Der Mitarbeiter hat eine Gliedmaßenfehlbildung (Dysmelie) der Arme und Hände. Der Greifraum, die Lastenhandhabung (das Greifen, Halten und Tragen), das Aufbringen von Kräften und die Fähigkeit Bedienelemente zu betätigen ist stark eingeschränkt. Der Grad der Behinderung (GdB) beträgt 100. Der Schwerbehindertenausweis enthält die Merkzeichen B, G und H.

Beruf:

Der Mann ist Bürokaufmann und beim Getränkehandel als kaufmännischer Angestellter und Auslieferungsfahrer beschäftigt.

Arbeitsaufgabe:

- Warendisposition und -bestellung
- Beratung der Kundschaft
- Erstellung von Lieferscheinen und Rechnungen
- Botengänge
- Auslieferungen

Arbeitsplatz:

Der Mann nutzte für Fahrten zur Bank, Post und zur Auslieferung von Getränken mit seinem Kollegen einen behinderungsgerecht angepassten Transporter. Nach einem Unfall mit Totalschaden war die Nutzung des Transporters nicht mehr möglich. Damit der Mitarbeiter auch weiterhin im Rahmen seiner Aufgaben eingesetzt werden konnte, wurde ein gebrauchter Transporter mit einer teilweisen behinderungsgerechten Zusatzausstattung (Automatikgetriebe, elektrisch verstellbare sowie beheizbare Außenspiegel, Zentralverriegelung, elektrische Fensterheber und elektrische Schiebetüren) neu angeschafft, der zur weiteren behinderungsgerechten Anpassung wie folgend umgebaut und ausgestattet werden musste:
- Linearhebellenkung und Zusatzbatterie für den Sicherheitskreis,
- elektrische Feststellbremse,
- verlängerter Wahlhebel für das Automatikgetriebe,
- Fernbedienung zur Betätigung der Sekundärfunktionen (Blinker, Licht, Hupe, Scheibenwischer usw.),
- Greifhilfe zum Erreichen und Schließen des Sicherheitsgurtes.
Da das Vorgängerfahrzeug eine reine Fußlenkung hatte, die durch eine Linearhebellenkung ersetzt wurde, musste der Mann eine zwanzigstündige Schulung absolvieren, um uneingeschränkt fahren zu dürfen. Bei der Linearhebellenkung wird durch eine Rechts- oder Linksbewegung einer im eingeschränkten Greifraum am Lenkrad installierten Stange mit den Händen oder den Knien der Lenkeinschlag bewirkt.
Der Mann verfügt über eine Fahrerlaubnis, die nur in Verbindung mit einem entsprechend angepassten Fahrzeug gültig ist.
In REHADAT finden Sie auch Informationen zu den Themen Führerschein, Fahrerlaubnisverordnung und Fahrschulen für Menschen mit Behinderungen.

Eingesetzte Hilfsmittel - Anzeigen der Produkte:

ICF-Items

Assessments - Verfahren und Merkmale zur Analyse und Bewertung

  • EFL - Handkoordination (rechts/links)
  • EFL - Heben (Boden zur Taillenhöhe/Taillen- zur Kopfhöhe/horizontal)
  • EFL - Schweregrad der Arbeit (Last/Herzfrequenz)
  • EFL - Tragen (rechte, linke Hand/vorne)
  • ERGOS - aktuelle tägliche Dauerleistungsfähigkeit (Last/Herzfrequenz)
  • ERGOS - Dreipunktgriff
  • ERGOS - Fingergeschicklichkeit
  • ERGOS - Handgeschicklichkeit
  • ERGOS - Handgreifkraft
  • ERGOS - Reichen
  • ERGOS - Schlüsselgreifkraft
  • ERGOS - statisches/dynamisches Heben
  • ERGOS - Tragen
  • IMBA - Arbeitszeit
  • IMBA - Armbewegungen
  • IMBA - Feinmotorik (Hand- und Fingergeschicklichkeit)
  • IMBA - Hand-/Fingerbewegungen
  • IMBA - Heben
  • IMBA - Licht
  • IMBA - physische Ausdauer (Last/Herz-Lungensystem)
  • IMBA - Tragen
  • MELBA - Feinmotorik

Referenznummer:

Pb/110771


Informationsstand: 10.01.2022